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Katharina Döricht
Ernährungstherapeutin B.Sc.
5 Min. Lesezeit Aktualisiert am

Kurze Biografie mit Qualifikation und fachlichem Hintergrund.

Besser schlafen gelingt über fünf Stellschrauben am Abend: eine feste Abendroutine ab etwa 60 bis 90 Minuten vor dem Zubettgehen, leichte warme Mahlzeiten statt schwerer Kost, Kräutertee statt Koffein und Alkohol, ein dunkles und kühles Schlafzimmer bei 16 bis 19 Grad und mindestens eine Stunde ohne Bildschirm. Entscheidend ist nicht Perfektion, sondern dass die Abläufe jeden Abend gleich sind.

Warum ist erholsamer Schlaf so wichtig?

Während wir schlafen, läuft im Körper ein komplexes Regenerationsprogramm ab. Zellen erneuern sich, das Immunsystem wird gestärkt, und das Gehirn verarbeitet Informationen sowie Emotionen des Tages. Gleichzeitig werden wichtige Hormone reguliert, die Einfluss auf Energie, Stimmung und Stoffwechsel haben.

Ein dauerhaft gestörter Schlaf kann hingegen weitreichende Folgen haben, von Konzentrationsproblemen und erhöhter Reizbarkeit bis hin zu einem geschwächten Immunsystem und langfristigen gesundheitlichen Belastungen.

Zahlreiche Studien zeigen, dass guter Schlaf unter anderem:

  • die mentale Leistungsfähigkeit verbessert
  • Stress reduziert
  • die emotionale Stabilität stärkt
  • das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senkt
  • den Hormonhaushalt reguliert

Umso wichtiger ist es, dem Schlaf die Aufmerksamkeit zu schenken, die er verdient.

Wie sieht eine gute Abendroutine aus?

Warum feste Abläufe helfen: Unser Körper liebt Wiederholungen. Feste Rituale geben Sicherheit und signalisieren, wann es Zeit ist, herunterzufahren. Eine regelmäßige Abendroutine aktiviert den Parasympathikus, den Teil unseres Nervensystems, der für Entspannung und Regeneration zuständig ist.

Womit du anfängst: Idealerweise beginnst du etwa 60 bis 90 Minuten vor dem Schlafengehen, Stressoren bewusst zu reduzieren und den Tag langsam ausklingen zu lassen:

  • gedimmtes Licht
  • ruhige Tätigkeiten wie Lesen oder Schreiben
  • Atemübungen oder Meditation
  • ein warmes Bad oder eine entspannende Dusche

Dabei geht es nicht um Perfektion, sondern um Regelmäßigkeit. Schon kleine Rituale, die du täglich befolgst, machen über die Wochen den Unterschied.

Was isst man am Abend am besten?

Was wir abends essen und wann, hat einen erheblichen Einfluss darauf, wie schnell wir einschlafen. Schwere Mahlzeiten halten die Verdauung aktiv und erschweren das Zurruhekommen.

Besser weglassen:

  • sehr fettige oder stark gewürzte Speisen
  • große Portionen kurz vor dem Schlafengehen
  • koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Cola oder Energydrinks
  • Alkohol

Leichte Mahlzeiten am Abend: Suppen und Eintöpfe, gedünstetes Gemüse, Haferflocken sowie Reis oder Quinoa belasten den Körper am wenigsten.

Häufig genannt wird in diesem Zusammenhang Tryptophan. Das ist eine essenzielle Aminosäure, die der Körper nicht selbst herstellt und deshalb über die Nahrung aufnehmen muss. Gute Quellen sind Cashewkerne, Kichererbsen, Haferflocken, Sonnenblumenkerne, Pistazien und Sojaprodukte.

Wie Ernährung und Darm zusammenhängen, liest du in unserem Beitrag Iss dich glücklich.

Müde ist nicht dasselbe wie gut geschlafen

Ein Glas Wein am Abend macht schläfrig, das bildet sich niemand ein. Müdigkeit und Schlafqualität sind aber zwei verschiedene Dinge, und in der zweiten Nachthälfte wird der Schlaf unruhiger. Wer abends etwas möchte, das zur Routine gehört, greift besser zum Kräutertee.

Welche Kräutertees passen an den Abend?

Kräutertees gehören für viele zum Abend, und dafür spricht zunächst etwas ganz Praktisches: Sie sind koffeinfrei, warm und lassen sich als fester Bestandteil in eine Routine einbauen.

Häufig getrunken werden:

  • Kamille, mild und leicht süßlich, als Aufguss aus den Blüten
  • Lavendel, blumig und kräftig, oft mit Kamille gemischt
  • Passionsblume, herb, meist Teil einer Mischung
  • Baldrianwurzel, deutlich bitter im Geschmack, ebenfalls meist in Mischungen

Daneben ist warme Pflanzenmilch mit Zimt oder Muskat ein verbreitetes Abendgetränk. Was nicht in den Abend gehört, sind koffeinhaltige Tees wie Schwarztee, Grüntee und Mate.

Wie sollte das Schlafzimmer sein?

Die Qualität deines Schlafes hängt stark von deiner Schlafumgebung ab. Schon kleine Störfaktoren führen dazu, dass du nachts häufiger aufwachst.

  • Dunkelheit: Licht hemmt die Melatoninproduktion. Verdunkelungsvorhänge oder Schlafmasken helfen.
  • Ruhe: Lärm stört den Schlafrhythmus. Ohrstöpsel oder gleichmäßige Hintergrundgeräusche sind eine Möglichkeit.
  • Temperatur: Die ideale Schlaftemperatur liegt zwischen 16 und 19 Grad Celsius.
  • Ordnung: Ein aufgeräumtes Schlafzimmer wirkt beruhigend auf den Geist.

Auch Matratze, Kissen und Bettdecke sollte man nicht unterschätzen. Sie tragen maßgeblich zum Liegekomfort und damit zur Schlafqualität bei.

Warum stört Bildschirmlicht am Abend?

Smartphones, Tablets und Laptops strahlen blaues Licht aus, das die Melatoninproduktion hemmt. Melatonin ist das Hormon, das dem Körper signalisiert, dass es Zeit zum Schlafen ist. Blaues Licht gaukelt dem Gehirn Tageslicht vor und hält wach, selbst wenn man sich müde fühlt.

So reduzierst du den Einfluss:

  • mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen keine Displays mehr
  • Nachtmodus oder Blaulichtfilter nutzen
  • das Handy nicht mit ins Bett nehmen

Als Ersatz eignen sich Lesen, sanfte Dehnübungen oder Yoga, Meditation, Tagebuch schreiben oder bewusst eine Tasse Tee.

Womit fängt man am besten an?

Mit einer einzigen Sache, nicht mit allen fünf. Nimm dir die vor, die am wenigsten Aufwand kostet, meist ist das die Bildschirmzeit oder das Licht, und halte sie zwei Wochen durch. Jeder Körper reagiert unterschiedlich, und Regelmäßigkeit bringt mehr als eine perfekte Routine, die nach vier Tagen einschläft.

Bei anhaltenden oder schweren Schlafproblemen solltest du ärztlichen Rat einholen, um mögliche Ursachen abzuklären.

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Häufige Fragen zum Einschlafen

Wie viele Stunden Schlaf braucht man pro Nacht?

Die meisten Erwachsenen benötigen etwa sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht. Entscheidend ist neben der Schlafdauer auch die Qualität und Regelmäßigkeit des Schlafs.

Wie kann ich schneller einschlafen?

Ein regelmäßiger Schlafrhythmus, eine entspannte Abendroutine und möglichst wenig helles Licht am Abend können dabei helfen, schneller zur Ruhe zu kommen. Auch Bewegung und Tageslicht am Tag unterstützen einen gesunden Schlaf-Wach-Rhythmus.

Was tun, wenn Gedanken mich am Einschlafen hindern?

Wenn Gedanken dich am Einschlafen hindern, kann es helfen, sie vor dem Schlafengehen aufzuschreiben und so bewusst aus dem Kopf zu bekommen. Auch eine ruhige Atemübung, Meditation oder eine entspannte Abendroutine können dabei unterstützen, gedanklich zur Ruhe zu kommen.

Warum wache ich nachts immer wieder auf?

Kurzes Aufwachen in der Nacht ist grundsätzlich normal. Häufiges oder länger andauerndes Aufwachen kann jedoch unter anderem durch Stress, Lärm, Licht, Alkohol, Koffein oder eine ungeeignete Schlafumgebung begünstigt werden.

Wie lange vor dem Schlafen sollte ich das Handy weglegen?

Idealerweise solltest du etwa 30 bis 60 Minuten vor dem Schlafengehen auf Handy, Tablet und andere Bildschirme verzichten. Das reduziert die abendliche Licht- und Reizbelastung und kann dabei helfen, leichter zur Ruhe zu kommen.

Was hilft gegen Einschlafprobleme?

Ein regelmäßiger Schlafrhythmus und eine ruhige Abendroutine können das Einschlafen erleichtern. Auch ausreichend Tageslicht und Bewegung am Tag sowie weniger helles Licht und Bildschirmzeit am Abend können hilfreich sein.

Was ist die beste Schlafposition?

Eine allgemein beste Schlafposition gibt es nicht. Entscheidend ist, dass die Position bequem ist und keine Beschwerden verursacht. Viele Menschen empfinden die Seitenlage als angenehm, während andere lieber auf dem Rücken schlafen.

Was hilft, wenn man nachts nicht mehr einschlafen kann?

Wer länger wach liegt, sollte sich nicht unter Druck setzen. Ruhiges Atmen, Lesen bei gedimmtem Licht oder eine andere entspannende Tätigkeit können helfen, wieder zur Ruhe zu kommen.

Kann Magnesium beim Schlafen helfen?

Magnesium trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems und zur normalen psychischen Funktion bei. Ob eine Magnesiumsupplementierung den Schlaf verbessert, hängt unter anderem von der individuellen Versorgung und den jeweiligen Ursachen von Schlafproblemen ab.

Wann sollte man bei Schlafproblemen einen Arzt aufsuchen?

Wenn Schlafprobleme über längere Zeit bestehen, sehr häufig auftreten oder den Alltag deutlich beeinträchtigen, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise.